Aktuelles zur Corona-Impfung in unserer Praxis

(die Informationen wurden zuletzt aktualisiert am Mo., 07.02.2022)


Liebe Patientinnen und Patienten,

 

die Nachfrage nach Corona-Impfterminen in unserer Praxis hat sich deutlich entspannt, was sicher daran liegt, dass es im Landkreis ausreichende Impfangebote gibt und ausserdem daran, dass mittlerweile etwa 54% der Bevölkerung ihren "Booster" erhalten haben.

Wir impfen Sie weiterhin sehr gerne bei uns und können Ihnen nun oft recht kurzfristige Impftermine anbieten.

 

Wir verwenden derzeit ausschließlich die von der Stiko empfohlenen mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna, diese sind als gleichwertig und gleichwirksam anzusehen.

 

Sobald uns der Impfstoff "Nuvaxovid" von Novavax zur Verfügung steht, was voraussichtlich ab Ende Februar/Anfang März der Fall sein wird, planen wir, auch diesen Proteinimpfstoff nach aktueller STIKO-Pressemitteilung vom 03.02.22 zur Grundimmunisierung anzubieten. Details, für wen dieser Impstoff in Frage kommt, entnehmen Sie bitte der Pressemitteilung.

 

Natürlich bieten wir auch, wie in der Pressemitteilung aufgeführt, ab sofort 2. Auffrischimpfungen frühestens drei Monate nach der ersten Boosterimpfung für Menschen ab 70 Jahren oder für Angehörige gesundheitlich gefährdeter Risikogruppen an. Auch Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen kann sich nun frühestens sechs Monate nach der ersten Boosterinmpfung eine 2. Auffrischimpfung geben lassen.

 

Ein paar Informationen zu den Impfstoffen:

 

Die mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna enthalten in ihrer mRNA den Bauplan für das Spikeprotein, also das wesentliche Oberflächenmolekül des Coronavirus. Dieses wird nach der Injektion für 1-2 Tage von den Muskelzellen synthetisiert, bevor der Impfstoff dann in seine Bestandteile zerfällt. Die in den Muskelzellen hergestellten Spikeproteine werden aus dem Zellkörper ausgeschleust und somit dem Immunsystem präsentiert und als fremd erkannt. Hierdurch wird eine Antikörperproduktion angeregt sowie die Bildung von Immun-Gedächtniszellen. Wenn Ihr Körper dann einmal mit dem echten Coronavirus in Kontakt treten sollte, kennt Ihr Immunsystem bereits einen Teil des Gegners, und kann dadurch viel schneller reagieren. Somit wird die Infektion im besten Fall im Keim erstickt - und sollte es dennoch zu einer Infektion kommen, verläuft diese dann in aller Regel deutlich milder.

 

Der Impfstoff von Moderna wird von der STIKO nur für Menschen ab 30 Jahren empfohlen, da hier bei jüngeren Menschen etwas häufiger die sehr seltene Nebenwirkung einer Herzmuskelentzündung im Vergleich zum Biontech-Impfstoff zu beobachten war. Für den Impfstoff von Moderna spricht jedoch der vermutlich etwas länger andauernde Impfschutz sowie die wohl leichte Überlegenheit gegenüber Biontech in Bezug auf den Impfschutz vor der Delta-Virusvariante.

So oder so: Beide Impfstoffe sind sicher und gut wirksam und bieten einen guten Schutz vor Infektion und einen sehr hohen Schutz vor schwerer Erkrankung und Tod.

Dies gilt auch für die nun absolut dominante Omikron-Variante. Am Spikeprotein des Coronavirus gibt es zahlreiche Ansatzstellen für das Immunsystem und es werden durch die Impfstoffe viele verschiedene Antikörper gebildet - ein Teil der mit den jetzigen Impfstoffen gebildeten Antikörper ist somit auch gegen die Omikron-Variante wirksam und schützt Geimpfte - wenn zwar leider nicht mehr so wirksam vor einer Infektion, so aber doch sehr gut vor einem schweren Infektionsverlauf.

Die Auffrisch- oder Boosterimpfung sorgt dafür, dass die Antikörperspiegel im Blut wieder um ein vielfaches in die Höhe "schießen" und Sie wieder für zumindest einige Monate gut geschützt sind.

Es ist derzeit nicht sinnvoll, auf eine neue Impfstoffgeneration gegen die Omikronvariante zu warten, die voraussichtlich dann ab Frühling/Sommer 2022 in ausreichender Menge zur Verfügung steht.

 

Der neue Proteinimpfstoff von Novavax enthält das Spikeprotein des Coronavirus als Antigen sowie ein Adjuvans als Wirkverstärker, um die Immunreaktion lokal zu verstärken. Er funktioniert somit ähnlich wie die bisherigen "konventionellen" Totimpfstoffe, z.B. gegen Tetanus. Die Wirksamkeit scheint in den Zulassungsstudien vergleichbar zu der der mRNA-Impfstoffe zu sein, wobei zu einer Wirksamkeit gegen die Omikron-Variante bislang keine Aussage getroffen werden kann, da auch er gegen die Ursprungsvariante des Coronavirus entwickelt wurde. Eine Boosterimpfung mit dem Proteinimpfstoff nach erfolger Grundimmunisierung mit mRNA- oder Vektorimpfstoffen oder nach durchgemachter Infektion wird derzeit von der STIKO nicht empfohlen und somit von uns auch nicht angeboten.

 

Meine persönliche Einschätzung ist, dass es mittel- bis langfristig bei der Coronaimpfung auf eine jährliche Impfempfehlung hinausläuft, ähnlich wie bei der Grippeimpfung angepasst an die aktuell vorherrschende(n) Variante(n). Eine weiterhin halbjährliche Impfung wird hoffentlich nicht notwendig sein, da das "Immungedächtnis" mit jeder Impfung etwas größer wird und länger anhält.

 

Die Empfehlungen der STIKO sind seit 18.11.2021 wie folgt:

"Ab sofort empfiehlt die STIKO allen Personen ab 18 Jahren die COVID-19-Auffrischimpfung.

Die STIKO bekräftigt jedoch ihre Empfehlung folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischimpfung anzubieten: Personen mit Immundefizienz, Personen im Alter von ≥ 70 Jahren, BewohnerInnen und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen sowie Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen. Auch bisher Nicht-Geimpfte sollen vordringlich geimpft werden."

 

Die Drittimpfung kann nach aktualisierter Empfehlung der STIKO vom 21.12.2021 bereits ab mindestens 3 Monate nach Abschluss der Grundimmunisierung erfolgen.

 

Ausnahme bildet hier die Impfung mit Johnson&Johnson. Wenn eine Impfung mit diesem Impfstoff erfolgt ist, empfiehlt die STIKO nun eine "Optimierung der Grundimmunisierung" durch eine weitere Impfung mit einem mRNA-Impfstoff (z.B. Biontech) ab 4 Wochen nach der erfolgten Impfung. Diese Empfehlung wurde ausgesprochen, da sich mittlerweile zeigt, dass es nach der einmaligen Johnson&Johnson-Impfung am häufigsten zu Impfdurchbruchserkrankungen, also Coronainfektionen trotz erfolgter Impfung, kommt. Nach dieser zweiten Impfung mit einem mRNA-Impfstoff wird auch hier 3 Monate später eine erneute Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff empfohlen (KLICK).

 

Für Auffrischimpfungen von Genesenen gilt laut aktueller STIKO-Empfehlung vom 29.11.21:

Personen, die eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht und danach eine Impfstoffdosis erhalten haben, sollen in der Regel 6 Monate nach der vorangegangenen Impfung eine Auffrischimpfung erhalten.

 

Auch 12-17 jährigen wird die Auffrischimpfung seit dem 13.1.22 von der STIKO empfohlen.

 

Für Zweit- oder weitere Auffrischimpfungen sind keine routinemäßigen Aufklärungsgespräche geplant, da bereits bei der Erstimpfung ein Aufklärungsgespräch erfolgt ist. Ausnahmen bilden Impfungen bei Personen, bei welchen die Erstimpfung(en) mit einem Vektor-Impfstoff erfolgt ist (also mit AstraZeneca bzw. Johnson&Johnson). Hier ist ein weiteres Aufklärungsgespräch über die Impfung mit dem mRNA-Impfstoff von Biontech notwendig.

 

Erst- und Zweitimpfungen führen wir selbstverständlich weiterhin sehr gerne durch. Vor Erstimpfungen findet immer ein Aufklärungsgespräch statt.

 

Wir bieten auch Corona-Impfantikörperbestimmungen in unserer Praxis an – diese sind allerdings keine Kassenleistung und die Kosten hierfür müssen selbst getragen werden (ca. 18 €). Auch spricht die STIKO hierfür derzeit keine Empfehlung aus, da anhand der Höhe der Antikörperspiegel nach derzeitiger Datenlage kein Rückschluss auf einen Impfschutz gezogen werden kann.

Es ist bislang kein Grenzwert definiert, bei dessen Unterschreiten eine Auffrischimpfung empfohlen wird. Somit bietet eine Antikörperbestimmung leider keine wirkliche Entscheidungshilfe für oder gegen eine Auffrischimpfung. Generell sorgt eine Auffrischimpfung für einen erneuten erheblichen Antikörperanstieg deutlich über das Niveau nach der Grundimmunisierung hinaus.

 

Wenn Sie sich zu einer Coronaimpfung in unserer Praxis anmelden wollen, melden Sie sich über unsere bekannte Praxisrufnummer 07073/917949. Hier werden wir versuchen, Ihnen direkt einen konkreten und verbindlichen Termin für Ihre Impfung mitzuteilen.

 

Wir führen die Auffrischungsimpfungen vormittags und nachmittags parallel zum regulären Praxisbetrieb durch. Sofern ein ärztliches Aufklärungsgespräch benötigt oder gewünscht wird, nehmen wir uns selbstverständlich dafür die Zeit.

 

Falls wir Ihnen Impftermin anbieten können, der Ihren Wünschen entspricht, bitten wir Sie um Verständnis. Logistisch sind die Coronaimpfungen für uns weiterhin ein großer Aufwand . Es sind neben dem regulären Praxisbetrieb nicht unbegrenzt Impfungen in unserer Praxis leistbar. Die Coronaimpfstoffe sind leider in ihrer Handhabung sehr aufwändig und es können nicht wie bei anderen Impfungen einzelne Fertigspritzen aus dem Kühlschrank entnommen werden. Zudem ist unsere Praxis räumlich klein mit einem recht kleinen Wartezimmer und nur zwei Behandlungszimmern. Dies alles sind Gründe, warum unsere Impfkapazitäten nicht grenzenlos sind.

 

Wenn Sie bei uns keinen "Wunschtermin" erhalten können, schauen Sie doch mal auf der Webseite der von der Uniklinik-Tübingen organisierten Impfangebote vorbei. Hier gibt es reichlich Alternativen.

 

Wichtig:  Wenn Sie bei uns einen Impftermin vereinbaren, ist dieser verbindlich, auch wenn er noch etwas in der Zukunft liegt! Sollten Sie zwischenzeitlich woanders eine Impfung erhalten, denken Sie bitte unbedingt daran, den bei uns vereinbarten Termin wieder zu stornieren, damit dieser anderweitig vergeben werden kann. Vielen Dank!

 

Für einen reibungslosen und möglichst zügigen Ablauf am Impftag ist es wichtig, dass Sie sich, sofern noch notwendig, bitte zuvor den Impfaufklärungsbogen (KLICK) und Einwilligungsbogen (KLICK) ausgedruckt und durchgelesen haben und zum Impftermin mitbringen. Wenn Sie keine Aufklärung mehr benötigen, sich aber nochmal aktuell über die Impfung informieren möchten, lesen Sie sich den Aufklärungbogen gerne auch noch einmal durch.

 

Natürlich bleibt Ihnen weiterhin vor der Impfung die Möglichkeit, sollten noch Fragen offen sein, diese im ärztlichen Gespräch zu besprechen.

 

Es sind bitte zur Impfung mitzubringen:

  • der von Ihnen ausgedruckte Aufklärungs- und Einwilligungsbogen, sofern erforderlich

  • die Versichertenkarte

  • der Impfpass

Wir führen selbstverständlich auch noch Grippeimpfungen in unserer Praxis durch. Die STIKO hat die Empfehlung/Möglichkeit zu einer gleichzeitigen Grippe- und Coronaauffrischimpfung erteilt. Wenn Sie dies wünschen, äussern Sie dies bitte bei der Terminvereinbarung.

 

Bitte bleiben Sie gesund!

 

Ihr Christian Peters und das ganze Team der Hausarztpraxis Unterjesingen